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Alkohol vor der SS Alkohol in der SS Alkohol nach der SS
Entwicklungsstörungen von Embryos Alkohol zerstört Kinder Wirkung des Alkohols
  Spezieller Hinweis für Schwangere Alternativen zum Alkohol
Alkohol vor der Schwangerschaft


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Alkohol in der Schwangerschaft

Quelle: Christof Kerkmann: Vollrausch im Mutterleib hat böse Folgen. In: BNN 14.7.07, Fächer 3.

Als "Fetale Alkoholsyndrom" (FAS) werden die Schädigungen des Kindes Alkohol während der Schwangerschaft bezeichnet. Darunter fassen Mediziner die körperlichen und geistigen Schäden zusammen. Schon geringe Mengen - ein Glas Bier oder Wein - können verheerende Folgen haben.
Jährlich kommen in Deutschland mehrere tausend Kinder mit FAS zur Welt. Ein Großteiln von ihnen baucht ein Leben lang Betreuung und Hilfe (www.fasworld.de). Doch vielen Ärzten fehlt das Wissen, um die Krankheit identifizieren zu können. Spezielle Diagnose-Zentren sind rar. Somit wird FAS häufig nicht oder erst nach Jahren festgestellt. Für die Eltern und das Kind bedeutet das ein Spießrutenlaufen.
Die Neugeborenen mit FAS sind kleiner und leichter als andere Kinder.
Psychische Schäden von FAS können Wutanfälle sein, wie aber auch Konzentrationsstörungen, verminderte Lernfähigkeit, Sprachfehler, die Neigung sich Schmerzen zuzufügen u.a.m. Hinzu kommt, dass sie nicht abstrakt denken und keine Regeln erfassen können, sowie die Konsequenz ihres Handelns nicht überblicken. In schweren Fällen sieht man den Betroffenen ihre Behinderung an. Das Gesicht ist dann deformiert, die Augenlider hängen, für das abgeflachte Gesicht wirken die Augen zu klein.
Reinhold Feldmann, der an der Uniklinik Münster eine Sprechstunde für alkoholgeschädigte Kinder anbietet, weiß wovon er spricht, wenn er sagt: "Kinder mit FAS können lästig sein. Viele Eltern sind daher erschöpft."
Viele FAS-Geschädigte haben es in ihrem Leben schwer. Nach einer Langzeitstudie von Prof. Spohr ist nur ein geringer Teil von ihnen in der Lage, den eigenen Lebensunterhalt zu verdienen. Die meisten FAS-Betroffenen schaffen es nicht, selbständig zu werden.
FAS ist nicht therapierbar. Nur vermeiden hilft.
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Quelle: Anne George: Alkohol pränatal. In: Deutsche Hebammenzeitschrift 4/2005,17.

"Pränatal Alkohol ausgesetzt zu sein, kann ernsthafte, lebenslange Konsequenzen haben."
Fetale Störungen des Alkoholen Sprektrums (FASD) ist die allgemein gebräuchliche Bezeichnung für die Bandbreite möglicher Geburtsschädigungen, die aus dem Alkoholkonsum während der Schwangerschaft resultieren. Es beinhaltet das Fetale Alkoholsyndrom (FAS), das alle Auswirkungen dder pränatalen Exosition enthält und die Fetalen Alkoholeffekte (FAE) oder auch partielles fetales Alkoholsyndrom, was bedeutet, dass die betroffene Person einige, aber nicht alle Merkmale des FAS aufweist. Verwandte Begriffe sind Alkoholbedingte Störung der neuronalen Entwicklung (ARND), wobei ein Aufmerksamkeitsdefizit erkennbar ist und andere verhaltensprobleme, sowie Alkoholbezogene Geburtsdefekte (ARBD).
Es ist schwierig, wenn nicht gar unmöglich, die Alkoholmenge, die auf das ungeborene Kind einwirkt, genau zu messen. Der Großteil unseres Wissens basiert auf Tierversuche.
Sicher ist die schädigende Wirkung von Alkohol auf das ungeborene Kind. Wenn es Alkohol aufnimmt, kann das physiologische System umprogrammiert werden, was zu permanenten Veränderungen der Hirnreaktionen führen kann. Es ist sehr wahrscheinlich, dass mehr als ein Mechanismus für die Folgen des Alkoholkonsums in der Schwangerschaft verantwortlich ist. Im Gehirn kann Alkohol die Entwicklung, die Verbreitung und das Überleben von Nervenzellen beeinträchtigen. Ein anderer Mechanismus wird für die Beeinträchtigung von Knochenwachstum angenommen.
Wenn auch genaue Zahlen fehlen, so wird davon ausgegangen, dass 1 bis 3 von 1.000 Lebendgeburten FAS aufweisen. Die kombinierte Rate von allen alkoholbedingten Schäden (FASD) wird auf 9 pro 1.000 Lebendgeburten angenommen.
"In allen Ländern, in denen Frauen Alkohol trinken, ist FASD ein ernstes und kostenintensives Gesundheitsproblem, das dem betroffenen Individuum hohe soziale Kosten im Lebensalltag abverlangt und ökonomisch das Gesundheits- Sozial- und Schulsystem belastet."
Die am ernsthaftesten betroffenen Kinder haben ein FAS, das sich in Kleinwuchs, Auffälligkeiten in den Gesichtszügen und Gehirnschäden, die in Lern und Verhaltensproblemen resultieren, gekennzeichnet ist.
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Quelle: Anne George: Alkohol pränatal. In: Deutsche Hebammenzeitschrift 4/2005,18.

Das Gehirn ist von vorgeburtlichen Alkoholkonsum in vielerlei Hinsicht betroffen. Dazu gehören auch ein kleinerer Kopfumfang bei der Geburt und strukturelle Hirnauffälligkeiten. Dies führt zu Lernschwierigkeiten. Sogar eine Verlangsamung des Denkprozesses ist möglich. FAS-Kinder haben Lernprobleme insbesondere in Mathematik und Probleme mit der Erinnerung. Dazu kommen Verhaltensprobleme, Aufmerksamkeitsprobleme, schlechte Impulskontrolle und Probleme mit dem Urteilsvermögen der Kinder.
Wenn die Kinder älter werden, holen sie Gleichaltrige manchmal hinsichtlich des Körperwachstums auf und ihre Gesichtszüge normalisieren sich mit zunehmender Reife. Dies trifft jedoch nicht auf die Hirnschäden zu. Im Gegenteil, der Abstand zwischen alkoholgeschädigten Kindern und KlassenkameradInnen wird immer größter. Das Kind ist zunehmend frustriert und positive altersgerechte Erfahrungen werden immer seltener.
FAS lässt sich an 4 Merkmalen diagnostizieren:
* die Bestätigung von mütterlichem Alkoholkonsum in der Schwangerschaft
* veränderte Gesichtszüge (siehe unten)
* pränatale und/oder postnatale Wachstumsverzögerung
* kognitive Auffälligkeiten

Die von FAS-Kinder veränderten Gesichtszüge sind:
- kurze deutliche Falten
- flaches Mittelgesicht
- kurze Nase
- fehlende Grube der Oberlippe
- schmale Oberlippe
- Hautfalte im Augenwinkel
- flacher Nasenrücken
- geringfügige Abweidungen der Ohren
- schmaler Kiefer

Streissguth und Kanter fanden in einer Studie (n=415) heraus, dass FASD-Kinder mit zunehmenden Alter weitere Probleme bekommen. 94% von ihnen besaßen psychische Probleme (z.B. Depressionen, Panikattacken, Halluzinationen, Suizidneigungen oder gar -verhalten). 43% von ihnen hatten die Schule abgebrochen, 42% hatten Schwierigkeiten mit dem Gesetz. "Dies passiert nicht, weil Menschen mit FASD eine Neigung zu kriminellen Verhalten hätten, sondern weil sie sich von den ersten Schuljahren an in einem Abwärtszirkel von sozialen und Lernproblemen befinden, die sich umso mehr verschärfen, je stärker die betroffenen Kinder hinter ihren einstigen Spielkameraden zurückfallen.
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Quelle: Anne George: Alkohol pränatal. In: Deutsche Hebammenzeitschrift 4/2005,19.

FASD-Kinder brechen häufig die Schule und Ausbildung ab, bekommen mit Mitmenschen und Gesetz Probleme. Kinder mit einem IQ von unter 70 ist unter ihnen keine Seltenheit (Bundesdurchschnitt liegt bei 100, unter 70 gilt als Schwachsinn).
In einigen Ländern werden alkoholkranken Frauen nach der Geburt das Kind abgenommen. Die FASD-Kinder kommen zu Pflegeeltern, die sie wegen den bereiteten Schwierigkeiten oft wieder abgeben. Damit wird ihnen das genommen, was diese Kinder am meisten benötigen: Stabilität.
"Es ist nicht bekannt, welche Menge Alkohol in der Schwangerschaft als sicher angesehen werden kann."
"Die Menge, die Häufigkeit und das Muster des Trinkens tragen neben weiteren Merkmalen zur Auffälligkeit für Störungen bei. Das gelegentliche Trinken von hohen Mengen an Alkohol kann mindestens genauso gefährlich sein wie der Konsum von täglich kleineren Mengen. Die Gefahr steigt mit der Dosis."
"Risikofaktoren für hohen Alkoholkonsum in der Schwangerschaft sind forgeschrittenes mütterliches Alter, Fehl- oder Mangelernährung, hohe soziale Belastungen und Stress sowie Konsum von anderen Drogen inklusive Nikotin."
"Wenn wir die durch üränatalen Alkoholkonsum verursachten Schäden eindämmen wollen, müssen wir unser Verhalten gegenüber den betroffenen Frauen verändern und nach Unterstützungsmöglichkeiten für sie suchen. Die Frauen, die am wenigsten verletzlich erscheinen, können am meisten gefährdet sein."
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Quelle: Gefährliches "Viertele". In: BNN 13.10.07, Fächer 3.

Übermäßiger Alkoholkonsum während der Schwangerschaft ist die häufigste Ursache für vermeidbare Behinderungen von Säuglingen. Während jährlich in Deutschland aufgrund einer Stoffwechselkrankheit etwa 500 Kinder mit einer körperlichen oder geistigen Behinderung auf die Welt kommen, sind es durch Alkoholmissbrauch ihrer Mütter mindestens das 10-fache.
Die betroffenen Kinder weißen häufig Fehlbildungen im Gesicht sowie zu kleine Köpfe und Herzfehler auf. Diese Schäden sind nicht zu korrigieren. "Schon ein Viertel Liter Wein am Tag während der Schwangerschaft ist zu viel", warnt Wolfgang Rascher von der Kinder- und Jugendklinik Erlangen.
Nach Auffassung von Hansjörg Böhles, Präsident der Deutschen Gesellschaft für Kinder- und Jugend-Medizin, gilt die sogenannte fetale Programmierung inziwschen nach der genetischen Veranlagung und den Umwelteinflüssen als dritte Hauptursache für spätere Erkrankungen und Gesundheitsprobleme. So würden offensichtlich bereits im Mutterleib die Weichen für die im Erwachsenenalter so häufig auftretenden Zivilisationskrankheiten wie Diabetes oder Arteriosklerose gestellt.
Auch ist bekannt, dass ein verringertes oder zu üppiges Nahrungsangebot die Empfindlichkeit für bestimmte Erkrankungen im späteren Leben des Kindes ebenso beeinflusse wie falsch Verhaltensweisen der werdenden Mütter.
"Prävention kann gar nicht früh genug einsezten - schon in der Schwangerschaft", betont Böhles. In diesem Zusammenhang sollten auch rauchende Mütter stärker zur Verantwortung gezogen werden. Sie müssten als Misshndlerinen von Kindern dargestellt werden. "Es wir Zeit, hier die Dinge beim Namen zu nennen", so Böhles.
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Quelle: Radovan Keul: Medizinische Aspekte des Weinkonsums. Aachen 2003

Besonders schädliche Wirkungen kann der Alkoholkonsum in der Schwangerschaft auf den sich entwickelnden Embryo haben. Alkohol ist die häufigste bekannte Substanz, die Fehlbildungen in der Schwangerschaft verursacht. Diese erschreckende Tatsache ist in der Bevölkerung viel zu wenig bekannt. Hierbei wirken der Alkohol und seine Abbauprodukte direkt zellschädigend, wachstumshemmend, nervenschädigend, sowie missbildungs- und suchtfördernd auf den Embryo. Selbst ein moderater Alkoholkonsum von 10 bis 30 Gramm pro Tag, der beim Erwachsenen im Allgemeinenals nicht schädlich angesehen wird, kann in der Schwangerschaft zu Störungen in der körperlichen und geistigen Entwicklung des Fötus führen. Das VoIIbild der Erkrankung wird als Alkoholembryopathie bezeichnet und kann mit Wachstumsverzögerung, Fehlbildungen im Bereich des Gesichtsschädels, der Augen, des Herzens, der Nieren, des Skelettsystems und der Genitalien einhergehen. Ferner kann es zu geistiger Retardierung und Verhaltensstörungen kommen (3). In Deutschland werden jährlich etwa 2.200 Kinder mit einer Kombination dieser Fehlbildungen geboren, nicht gerechnet die gering ausgeprägten Formen einer Alkoholschädigung, die sich beispielsweise als Konzentrations- und Verhaltensstörungen bemerkbar machen und viele tausend Kinder betreffen dürften.
In der Schwangerschaft sollte daher gänzlich auf Alkoholkonsum verzichtet werden.

Alkohol beeinflusst die Fertilität, vor allem beim Mann, ungünstig. Deshalb kann auch der Verzicht auf Alkohol bei bestehendem Kinderwunsch für beide Partner von Nutzen sein. Da es oft 2 bis 3 Monate dauert, bis eine Schwangerschaft bemerkt wird, sollte auch bereits bei Kinderwunsch auf Alkohol verzichtet werden, da die Empfindlichkeit des Embryos für Missbildungen in den ersten 3 Monaten der Schwangerschaft am größten ist. So ist für beide Partner eine Alkoholabstinenz empfehlenswert.
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Alkohol nach der Schwangerschaft

Quelle: Brigitte Borrmann: Mehr Milch durch Bier? In: Deutsche Hebammenzeitschrift 4/2005,20.

Regelmäßiger Alkoholkonsum in der Stillzeit ist für das gestillte Kind schädlich. Auch vom gelegentlichen Glas Sekt oder Bier wird abgeraten. Der positive Effekt nach Biergenuss hinsichtlich der Bildung von Muttermilch kommt nicht durch Alkohol zustande, sondern durch einen Bestandteil der Gerste. Das Alpha Tocopherol Succinat regt die Milchproduktion an. Alkoholfreies Bier und Malzbier enthalten diese Substanz auch und sind deshalb als die bessere Alternative anzusehen. Auch Sauerteigbrot, Sauerkraut und fruchtsäfte enthalten diese Substanz, besitzen jedoch ungefährlich geringe Mengen Alkohol.
Gerade bei schlanken Frauen, die zum Teil nach einigen Monaten Stillzeit unter starkem Gewichtsverlust leiden, ist der Verzehr dieser Getränke eine gute Möglichkeit, gleichzeitig den Energie- und den Flüssigkeitsbedarf zu decken. Möglicherweise können auch die beruhigend wirkenden Bestandteile des Hopfens Humulon und Lupulon im Bier - auch im alkoholfreien Bier und im Malzbier - bei manchen Frauen einen günstigen Einfluss auf dsen Stillprozess haben. Dafür gibt es aber zur Zeit keine wissenschaftliche Belege.
Bei einer stillgenden Frau, die Alkohol zu sich nimmt, verteilt sich dieser innerhalb von 30-60 Minuten über das Blut im ganzen Körper, auch in die Arteriolen, die die Muttermilch produzieren. Der Alkoholspiegel der Muttermilch ist innerhalb kurzer Zeit genauso hoch wie der Alkoholspiegel im Blut der Mutter. Nach 2 Falschen Bier (0,66 Liter) oder einem Glas Wein (0,2 Liter) liegt der Alkoholwert bei ca. 0,6 Promille. Bei einer Frau mit etwa 60 kg Körpergewicht ist er erst nach etwa 5 Stunden auf 0 Promille.
Es gibt Hinweise, dass Stillende nach einer Stillmahlzeit alkoholische Getränke trinken sollen. Hiervon muss abgeraten werden. Selbst bei langen Stillintervallen ist infolge der langsamen Abbaurate bei der nächsten Stillmahlzeit nicht alkoholfrei.
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Quelle: Brigitte Borrmann: Mehr Milch durch Bier? In: Deutsche Hebammenzeitschrift 4/2005,21.

Während des Schlafens verlangsamt sich die Abbaurate noch.
"Säuglinge und Kleinkinder können Alkohol viel schlechter metabolisieren als Erwachsene. Der Entgiftungsprozess dauert bei ihnen mindestens doppelt so lange und es kann somit zu einer Kumulation des Alkohols im kindlichen Organismus kommen. Schon 0,5 Promille im Blut des Kleinkindes (ein halbes Glas Wein) können unter anderem aufgrund der Blutzucker senkenden Wirkung des Alkohols zu tagelanger Bewusstlosigkeit führen. Die Wahrscheinlichkeit ist gering, dass dies bereits bei so geringer Dosis auftritt, es ist jedoch nicht gänzlich ausgeschlossen.
Abpumpen der Milch ist hierbei keine Hilfe, denn diese passt sich sofort dem Alkoholwert des Blutes der Mutter an.
Noch gibt es keine Grenzwerte für den Blutalkoholwert der Mutter, der nachweislich für die Gesundheit des Kindes folgenlos ist. Es steht jedoch einwandfrei fest, dass Alkohol im Blut einer sillenden Mutter das Kind schädigt. Einige dieser Schäden sind bereits bekannt:
* 3-4 Stunden nach dem Alkoholgenuss ist die Aufnahme von Muttermilch durch den Säugling um durchschnittlich 20% reduziert.
* Die Schlafenszeit der gestillten Babys verringert sich.
* Diese Kinder entwickeln sich motorisch schlechter.
* Diese Kinder neigen eher zum Alkohol als andere Kinder.
Es gibt somit keinen Grund, während der Stillzeit Alkohol zu trinken. Die stillförndernde Wirkung des Alkohols ist ein Mythos, der wissenschaftlich eindeutig widerlegt ist. Aus diesem Grunde sollten stillende Mütter auch während er Stillzeit keinen Alkohol zu sich nehmen, wenn ihnen das Wohl und die Gesundheit ihres Kindes am Herzen liegt.
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Quelle: Radovan Keul: Medizinische Aspekte des Weinkonsums. Aachen 2003

Auch stillende Mütter sollten weitestgehend auf Alkohol verzichten, da dieser in die Muttermilch übergeht. Durch regelmäßigen Alkoholkonsum während der Stillzeit vermindert sich die Milchmenge, das Baby wird schläfrig, saugt schlechter, nimmt weniger an Gewicht zu und lässt eine verzögerte motorische Entwicklung erkennen.
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Entwicklungsstörungen von Embryos

Quelle: www.rund-um-alkohol.de

Schon kleine Mengen Alkohol während der Schwangerschaft können schädliche Auswirkungen auf den Embryo haben. Es kann keine Untergrenze für einen garantiert unschädlichen Konsum angegeben werden. Alkoholkonsum während der Schwangerschaft ist die häufigste Ursache einer geistigen Behinderung bei Neugeborenen.
Fatale Auswirkungen haben Alkoholexzesse bei Schwangeren - besonders in den ersten Schwangerschaftsmonaten. Die werdende Mutter gibt den Alkohol über die Nabelschnur an ihr Ungeborenes weiter. Wegen der noch unreifen Enzymsysteme bleibt die schädliche Alkoholwirkung beim Embryo noch lange bestehen, wenn der Rausch bei der Mutter schon längst abgeklungen ist.

Sowohl der Alkohol selbst als auch dessen Abbauprodukt Acetaldehyd sind für Entwicklungsstörungen verantwortlich, die folgendermaßen in Erscheinung treten können :

Auch ein durch übermäßigen Alkoholgenuss bedingter Nährstoffmangel steht im Verdacht, die Schädigung des Embryos zu fördern. Schäden des Zentralnervensystems sind bei der Geburt häufig noch nicht offensichtlich. Sie äußern sich aber spätestens im Vorschulalter durch unumkehrbare geistige und motorische Leistungsdefizite.
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Alkohol zerstört Kinder

Quelle: Sina Vogt: Frauen trinken anders. In: Deutsche Hebammenzeitschrift 4/2005,14.

Rund 3.000 Kinder werden jährlich in Deutschland mit starken, durch Alkoholkonsum der Mutter/Eltern verursachten Schäden geboren, rund 8.000 Kinder mit weniger schweren Schäden aufgrund derselben Ursache. Diese Zahlen sind Schätzungen, da es in Deutschland keine systematische Unterschung gibt und Fetales Alkoholsydrom (FAS) und Fetale Alkoholeffekte (FAE) oftmals nicht richtig diagnostiziert wird.
Vom regelmäßigen Konsum auch kleiner Mengen Alkohol während der Schwangerschaft ist abzuraten. Ebenso ist gelegentliches Trinken höherer Mengen unbedingt zu vermeiden. Die Gründe hierfür sind vielschichtig:

Quelle: Sina Vogt: Frauen trinken anders. In: Deutsche Hebammenzeitschrift 4/2005,15.

Studien in einer Londoner Geburtsklinik befragten üer 1.000 Frauen zwischen 30 und 34 Jahren. Dabei gaben diese Frauen Ihr Trinkverhalten wie folgt an:
 
vor der SS
in der SS
abstinent lebend
18 %
44 %
moderate Trinkerinnen (1-9 Drinks/Woche)
64 %
Trinkerinnen (10-27 Drinks/Woche)
10 %
6%
starke Trinkerinnen (über 27 Drinks/Woche)
2 %

"Starke Trinkerinnen zeigen sich allerdings weitgehend immun gegen öffentliche Gesundheitsaufklärung."
"Idealerweise sollten alle Schwangeren bei Gynäkologinnen und Hebammen auf ihren Alkoholkonsum angesprochen und über die Folgen aufgeklärt werden."

Quelle: Sina Vogt: Frauen trinken anders. In: Deutsche Hebammenzeitschrift 4/2005,16.

"Wenn starke Trinkerinnen erst kurz vor oder während der Schwangerschaft von der Sucht loskommen, können Schuldgefühle und Angst um Schädigungen des Kindes anhalten."
Schon bei der Planung einer Schwangerschaft sollte auf Alkohol verzichtet werden. In dieser Phase ist die Verantwortung des Vaters groß. Weisen doch viele Studien auf eine Minderung der Spermienqualität durch Alkoholgenuss hin, die auch zu Schädigungen des Kindes führen können.
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Spezieller Hinweis für Schwangere

Quelle: BNN 24.10.06,4.

Frankreich ist bestrebt, einen Warnhinweis auf alle alkoholischen Getränke speziell für Schwangere einzuführen. In den früheren Fassungen des Aktionsplanes bis 2012 hatte EU-Verbraucherkommissar Markos Kyprianou die EU-Länder ausdrücklich aufgefordert, über solche Maßnahmen nachzudenken. Das Papier soll den 25 Mitgliedsstaaten als Diskussionsgrundlage dienen.
Als Folge hierzu will Berlin ab Mitte 2007 die Null-Promille-Grenze für Fahranfänger einführen. Eine lizenzierte Alkoholabgabe oder ein höheres Abgabealter ist nicht geplant.

Wirkung von Alkohol

Quelle: BNN 12.11.07,4.

Alkohol macht aggressiv und unvorsichtig. Die noch nicht ausgereiften Organe von Kindern und Jugendlichen sind dem Alkohol ausgesetzt. Fängt ein Mensch in jungen Jahren zu trinken an, verkürzt sich die Zeit, bis ein eventuell entstehender Krebs ausbricht.
Außerdem hat Alkohol auch Einfluss auf Hormone. So erhöhen schon kleine Mengen Alkohol bei Frauen im Alter zwischen 25 und 35 Jahren den Östrogenspiegel um bis zu 40 %. Damit steigt auch das Brustkrebsrisiko.
Fatal ist es, wenn Trinker auch starke Raucher sind. Das Risiko, an den für Alkoholsüchtige häufigsten Krebsarten in Mundhöhle und Speiseröhre zu erkranken, erhöht sich durch das Rauchen nochmals deutlich.
"Wenn june Leute regelämßig Alkohol trinken, wird einer von zehn abhängig", so Martin Seitz, Heidelberger Mediziner und Grundlagenforscher sowie auch Präsident der Europäischen Alkoholforschungsgesellschaft.

Alternativen zum Alkohol

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