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Allgemeines Giftstoffe des Rauchens  
Soziale Struktur des Rauchens Entzug des Kindes Ärztliche Aufklärung
Rauchen vor der Schwangerschaft

"Wenn ich schwanger bin, höre ich mit dem Rauchen auf. Denn ich will für mein Kind nur das Beste." Diese Haltung haben rund Zweidrittel der Raucherinnen im gebärfähigen Alter.
Diese Haltung ist lobenswert. Doch damit für das Ungeborene keinen vergiftungsfreie Zeit. Bis der Körper die Giftstoffe des Rauchens abgebaut hat, dauert es Wochen, Monate und zweilen sogar Jahre.

Die nun folgende Auflistung soll Ihnen zeigen, wie lange es dauert, bis aus einem Raucher körperlich ein Nichtraucher geworden ist, d.h. der durch das Rauchen vergiftete Körper entgiftet ist. Da durch das Rauchen verschiedene Giftstoffe aufgenommen werden, und jeder dieser Giftstoffe unterschiedlich lange Abbauzeiten besitzt, ist die Zeit der körperlichen Entgiftung nicht auf einen festen Zeitpunkt nach dem Aufhören des Rauchens zu datieren.

Nach Angaben der Universität Freiburg verläuft das Aufhören des Rauchens wie folgt:
Nach ...
Wirkung
20 Minuten Herzschlagfrequenz und Körpertemperatur entsprechen dem eines Nichtrauchers.
8 Stunden Kohlenmonoxid im Blut ist vollständig durch Sauerstoff ersetzt worden.
24 Stunden Herzinfarktrisiko nimmt ab.
2 Tagen Geruchs- und Geschmackssinn werden deutlich besser.
3 Monaten Lungenfunktion verbessert sich um 30 Prozent.
12 Monaten Kann als Nichtraucher eingestuft werden.
2 Jahren Herzinfarkt- und Lungenkrebsrisiko nehmen deutlich ab.
5 Jahren Magenkrebsrisiko halbert sich im Vergleich zum Raucher.
10 Jahren Lungenkrebsrisiko entspricht dem eines Nichtrauchers.
15 Jahren Herzinfarktrisiko entspricht dem eines Nichtrauchers.

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Rauchen in der Schwangerschaft

(Quelle: Deutsches Krebsforschungszentrum (dkfz): Passivrauchende Kinder in Deutschland - frühe Schädigung für ein ganzes Leben. Heidelberg 2003)

Wie Studien zeigen, rauchen 30% aller Schwangeren bis zum Beginn der Schwangerschaft. Etwa ein Drittel von ihnen hören zumeist in den ersten 12 SSW mit dem Rauchen auf. Etwa jede fünfte Schwangere raucht während der gesamten Schwangerschaft und konsumieren durchschnittlich 13 Zigaretten täglich. Bis zur Geburt sind dies für das Kind Schadstoffbelastungen von 3.640 Zigaretten, zuzüglich der Tabakrauch, den Schwangere durch Passivrauchen aus der Raumluft aufnehmen.

"Viele der im Tabakrauch enthaltenen Schadstoffen können die Plazenta durchdringen und in den fetalen Blutkreislauf eintreten. Dies ist beispielsweise bei Kohlenmonoxid der Fall, der durch die Blockierung ds Sauerstofftransports im Blut die Sauerstoffversorgung der Gewege des Ungeborenen gefährdet. Ebenso gelangen krebserregende Substanzen wie polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe und tabakspezifische Nitrosamine über die Plazenta in den fetalen Organismus und können dort ihre erbgutschädigende Wirkung entfalten.
Unter dem Einfluss von Nikotin wird der Blutfluss durch die Plazenta verringert. Dadurch kommt es zu einer Minderdurchblutung der Gewebe des Ungeborenen, die vermutlich für dessen verzögertes Wachstum und niedriges Geburtsgewicht mit verantwortlich ist. Zudem nimmt die Reaktivität der fetalen Herzfrequenz bie starkem Tabakkonsum deutlich ab. Desgleichen ist bei tabakrauchbelasteten Säuglingen die Fähigkeit zur Variation und Maximierung der Herzfrequenz eingeschränkt." (S.13)

Der kindliche Organismus reagiert viel empfindlicher auf die Einwirkung des Tabakrauches als der erwachsene Organismus. Einer der Gründe ist, dass die Organe noch nicht so ausgebildet sind. Ungeborene Kinder haben damit keine, geborene Kinder weniger Möglichkeiten zur Entgiftung von Schadstoffen. Zum anderen weist der kindliche Organismus eine höhere Stoffwechselrate auf und ist daher anfälliger für die Schadstoffe im Tabakrauch.

Empirische Ergebnisse beweisen, dass der Kotiningehalt (Nikotinabbauprodukt) im Fetalblut bei gleichbleibendem Tabakkonsum im dritten Trimester höher ist als im zweiten, d.h. die Durchlässigkeit der Pazenta nimmt im Verlauf der Schwangerschaft zu.

Schon während der Schwangerschaft "werden krebserregende Substanzen des Tabakrauchs in den Fetalen und kindlichen Organismus aufgenommen. Von einigen dieser Stoffe ist bei Kindern nachgewiesen worden, die an DNA binden und damit den Boden für die Entstehung von Genschäden bereiten. Weiterhin wurde beobachtet, dass Passivrachen bei Kindern Veränderungen an Chromosomen, den Trägern der Erbsubstanz, bewirken. Diese Veränderungen sind ebenfalls Vorboten für Krebs." (S.23)

Die Risikofaktoren, dem das Kind durch Rauchen in der Schwangerschaft ausgesetzt sind, lassen sich durch Untersuchungen nachweislich wie folgt zusammenfassen:
* es erhöht die Anzahl der Nikotinrezeptoren im Gehirn
* es erhöht das Risiko von Fehlbildungen des Kindes (1)
* es verdoppelt das Risiko für Übergewicht und Fettsucht im Jugend- und Erwachsenenalter
* es erhöht das Risiko von Eileiter- und Bauchhöhlenschwangerschaften
* es erhöht das Risiko von Totgeburten
* das Risiko auf Plazentaablösung ist doppelt so hoch wie bei Nichtraucherinnen
* 15% aller Frühgeburten sind dafür verantwortlich
* es erhöht sich das Risiko eines vorzeitigen Blasensprungs
* es erhöht das Risiko, dass das Kind auf eine Intensivstation aufgenommen werden muss
* 20-30% aller Fälle von geringerem Geburtsgewicht sind auf das Rauchen zurückzuführen
* Kinder von Raucherinnen sind kleiner, leichter und haben geringern Kopfumfang (2)
* bei mehr als 10 Zigaretten ist das Risiko einer verzögerten Lautentwicklung fast verdoppelt
* bei mehr als 10 Zigaretten während der Schwangerschaft täglich erhöht sich nach der Geburt der plötzliche Säuglingstod (SIDS) um das 7-fache, in den ersten 9 Monaten nach der Geburt sogar um das 8-16-fache gegenüber Nichtraucherinnen.
* die nachgeburtliche Sterblichkeit wird um 150% erhöht, bei mehr als 20 Zigaretten täglich um 200%
* "Der mütterliche Tabakkonsum in der Schwangerschaft beeinträchtigt zudem die vorgeburtliche Entwicklung der Lunge. Die führt zu einer verminderten Lungenfunktion, die nachgewiesnermaßen über die ersten Lebensjahre fortbesteht und sich potentiell über die gesamte Lebensspanne negativ auswirkt."
* es erhöht das Risiko für Kinder mit Verhaltensauffälligkeiten und -störungen
* es erhöht die Wahrscheinlichkeit, dass die Kinder im Teenageralter mit dem Rauchen beginnen

(1) Neben anderen Risiken erhöhen 1-10 Zigaretten täglich das Risiko für die Ausbildung von Lippen-Gaumenspalten um 50%. "Hinsichtlich der Höhe des Risikos für weitere Fehlbildungen gibt es keine präzisen Angaben, zumal es bei sehr ausgeprägten Fehlbildungen häufig zum Abort kommt."
(2) Rauchen in der Schwangerschaft vermindert das Wachstum. Somit haben die Kinder einen kleineren Kopfumfang, sind kleiner und leichter, je mehr die Mutter in der Schwangerschaft geraucht hat. - "Eine Raucherin,, die mit eingetretener Schwangerschaft das Rauchen einstellt, hat ähnliche Aussichten auf ein normalgewichtiges Neugeborenes wie eine nichtrauchende Schwangere."
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Rauchen nach der Schwangerschaft

(Quelle: Deutsches Krebsforschungszentrum (dkfz): Passivrauchende Kinder in Deutschland - frühe Schädigung für ein ganzes Leben. Heidelberg 2003)

Der Großteil aller Frauen, die während der Schwangerschaft geraucht haben, raucht nach der Entbindung weiter.

"Selbst nach einer erfolgreichen Tabakabstinenz währendd der Schwangerschaft fangen viele Raucherinnen bereits innerhalb der ersten 12 Monate nach der Entbindung wieder an zu rauchen. Das elterliche Zigarettenrachen ist beiKindern die bedeutendste Quelle vermeidbarer Schadstoffbelastungen. Die damit verbundenen Belastungen ihrer Gesundheit sind vielfältig und dosisabhängig: Je mehr Zigarettten im elterlichen Haushalt geraucht werden, desto höher ist das Risiko für die Entwickung von Gesundheitsproblemen bei den Kindern." (S.18)

"Während der Stillzeit sind Säuglinge, deren Eltern rauchen, sowohl einer erhöhten schadstoffbelasteten Muttermilch als auch dem Tabakrauch in der Raumluft ausgesetzt. Bei starkem Tabakkonsum während der Stillzeit werden reduziertes Saugvermögen des Kindes, Unruhe, Koliken, Erbrechen und verminderte kindliche Gewichtszunahme beobactet. Je nach Trinkmenge des Säuglings werden diesem mit der Muttermilch täglich bis zu sechs Mikrogramm Nikotion pro Kilo Körpergewicht zugeführt. aufgrund seiner Fettlöslichkeit dringt das Nikotin sehr schnell in die Muttermilch ein und erreicht dort eine dreifach höhere Konzentration als im Blut. Die jeweilige Nikotinkonzentration in der Muttermilch ist sowohl von der Zahl der täglich gerauchten Zigaretten als auch von der Länge der Rauchpause seit der letzten Zigarette abhängig." (S.19)

"Kinder aus Raucherhaushalten klagen häufiger über Beeinträchtigung des Allgemeinbefindens wie Bauchweh, Schwindel, Kopfschmerzen, oder Konzentrationsstörungen. Wenn beide Eltern Raucher sind, nennen die betroffenen Kinder im Vergleich zu Kindern aus Nichtraucherhaushalten einige Beschwerden (Husten, Heiserkeit, Schwindel, Kopfschmerzen, Rückenschmerzen und Konzentrationsstörugnen sowie Schlafstörungen) doppelt so häufig." (S.20)

"Passivrauchen verzögert das Wachstum der Lungen von Säuglingen und Kleinkindern und trägt zu einer verminderten Lungenfunktion bei. In einer neueren Untersuchung konnte nachgewiesen werden, dass noch bis zum Schulalter die bronchiale Reaktivität erhöht war, wenn die Mütter in der Schwangerschaft oder in den ersten sechs Lebensmonaten des Kindes geraucht hatten." (S.21)

"Kleinkinder machen pro Zeiteinheit mehr Atemzüge und haben pro Kilogramm Körpergewicht ein wesentlich höheres Atemminutenvolumen als Erwachsene. Sie atmen infolgedessen im Verhältnis zu ihrem Körpergewicht deutlich mehr giftige Substanzen ein." (S.14)

Gegen das Rauchen in der Stillzeit sprechen folgende Argumente:
* Raucherinnen weisen eine geringere Milchproduktion auf
* Raucherinnen stillen seltener (42% gegenüber 82 % Nichtreaucherinnen)
* Raucherinnen stillen über einen kürzeren Zeitraum (durchschnittlich 5 statt 10 Wochen)
* die Säuglinge sind der doppelten Belastung durch Raucherluft und Muttermilch ausgesetzt (bei gleichem Zigarettenkonsum hat Muttermilch einen 3-fach höheren Nikotingehalt als das Blut der Nabelschnur)
* die Gefäßwände der Atemwege sind bei Säuglingen von Raucherinnen deutlich dicker als bei Nichtraucherinnen
* dem Passivrauchen des Säuglings wird rund 50% des plötzlichen Säuglingstodes (SIDS) zugeschrieben
* bei mehr als 10 Zigaretten während der Schwangerschaft täglich erhöht sich nach der Geburt der plötzliche Säuglingstod (SIDS) um das 7-fache, in den ersten 9 Monaten nach der Geburt sogar um das 8-16-fache gegenüber Nichtraucherinnen.
* Kinder von Raucherinnen haben einen eingeschränkten Geruchssinn
* das Risiko einer Mittelohrentzündung ist für das Kind bis zum Schulalter bei Raucherhaushalten 2-3 Mal so hoch
* "Der mütterliche Tabakkonsum in der Schwangerschaft beeinträchtigt zudem die vorgeburtliche Entwicklung der Lunge. Die führt zu einer verminderten Lungenfunktion, die nachgewiesnermaßen über die ersten Lebensjahre fortbesteht und sich potentiell über die gesamte Lebensspanne negativ auswirkt."
* es erhöht die Wahrscheinlichkeit, dass die Kinder im Teenageralter mit dem Rauchen beginnen

Gegen das Rauchen nach der Stillzeit sprechen folgende Argumente:
* Kinder aus Raucherhaushalten haben unabhängig vom Geburtsgewicht ein bis um das 3-fache erhöhtes Risiko für Erkrankungen der unteren Atemwege wie Lungenentzündung, Bronchitis, Bronchiolitis und Asthma.
* Tabakbelasteten Kleinkinder bis zum Alter von 2 Jahren haben gegenüber unbelasteten Kinden ein um bis zu 100% erhöhtes Risiko an Infektionen der unteren Atemwege zu erkranken, bei 3- bis 6-jährigen Kindern beträgt das Risiko noch 25%.
* Werden im Haushalt des Kindes täglich mehr als 14 Zigaretten geraucht, so erhöht sich das Risiko für obstruktive Bronchitiden bei Kindern bis zu 10 Jahren um 49%.
* es erhöht das Risiko für Karies
* Kinder unter 18 Jahren, die in Raucherhaushalten leben, erkranken bis zu 4 Mal häufiger an Hirnhautentzündung. Werden im Haushalt täglich über 30 Zigaretten geraucht, erhöht sich das Risiko für Kinder bis zum Alter von 5 Jahren auf das 7-fache.
* Atemwegskomplikationen aufgrund einer Vollnarkose treten bei tabakrauchbelasteten Kindern nahezu doppelt so häufig auf wie bei Kindern aus rauchfreien Haushalten.
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Allgemeines

(Quelle: Deutsches Krebsforschungszentrum (dkfz): Passivrauchende Kinder in Deutschland - frühe Schädigung für ein ganzes Leben. Heidelberg 2003)

"Im Vergleich zu anderen Alternsgruppen ist der Raucheranteil bei jungen Erwachsenen am höchsten. Entsprechend ist auch die Raucherquiote bei Frauen im gebärfähigen Alter hoch. Bei den 18- bis 19-Jährigen raucht fast jede zweite Frau, in der Altersgruppe der 20- bis 39-Jährigen sind rund 40 Prozent Raucherinnen." (S.6)

"Während der Raucheranteil bei den 12- bis 13-Jährigen bei 10 Prozent liegt, hat sich dieser Anteil bei den 14- bis 15-jährigen Jugendlichen auf 30 Prozent verdreifacht. In der Altersgruppe der 16- bis 17-Jährigen steigt der Anteil der Raucher noch einmal sprunghaft auf 44 Prozent an. Auch der durchschnittliche Zigarettenkonsum nimmt bei Jugendlichen mit steigendem Alter deutlich zu. So erhöht sich die Rate starker Raucher von 5 Prozent im Alter zwischen 14 und 15 Jahren auf 29 Prozent bei den 24- bis 25-jährigen Rauchern. Insgesamt konsumiert fast jeder fünfte Raucher im Alter zwischen 12 und 25 Jahren täglich mehr als 20 Zigaretten und ist damit im Sinne der WHO-Definition stakrer Raucher." (S.7)

"Wie für viele andere westliche Industrienationen belegt eine Vielzahl von Untersuchungen auch für Deutschland eine stark ausgeprägte soziale Polarisierung des Rauchverhaltens. Personen, die in Großstädten leben, Personen mit geringerer Schulbildung, niedrigerem beruflichem Status, Arbeitslose, Sozialhilfeempfänger und Geschiedene sind häufig Raucher. In Bevölkerungsgruppen, die mehrere dieser Merkmale auf sich vereinigen, ist die Raucherquote im Vergleich zu sozial und ökonomisch besser gestellten Bevölkerungsgruppen insgesamt um das Vier- bis Sechsfache höher." (S.7)

"Das Raucherverhalten Schwangeren variiert erheblich nach Alter, Familienstatus und sozialer Schicht. Der Anteil der Raucherinnen zu Beginn einer Schwangerschaft ist bei unter 25-jährigen Schwangeren am höchsten (ca. 50 Prozent). Hoche Raucherraten weisen zudem ledige und geschiedene (jeweils 62 Prozent) Schwangere sowie werdende Mütter aus der Unterschicht auf (40 Prozent). Aufgrund der sozialen Erwünschtheit einer rauchfreien Schwangerschaft und einer nachgewiesenermaßen hohen Tendenz zur Verschleierung des Rauchstatus ist davon auszugehen, dass die hier genannten Selbstaussagen die tatsächliche Verbreiterung des Rauchens bei Schwangeren unterschätzen." (S.8)

"Selbst nach einer erfolgreichen Tabakabstinenz während der Schwangerschaft fangen viele Frauen bereits innerhalb der ersten zwölf Monate nach der Entbindung wieder an zu rauchen. Während rund 20 Prozent aller Schwangeren rauchen, liegt der Anteil der Raucherinnen bei Müttern mit Kindern unter einem Jahr bei rund 30 Prozent. Der größte Tel dieses Anstieges ist offenbar auf die Wiederaufnahme des Tabakkonsums zurückzuführen. Die Rückfallraten zwischenzeitlich rauchabstinenter Mütter mit dem jüngsten Kind kontinuierlich an. Mütter mit dem jüngsten Kind im Alter bis zu fünf Jahren weisen einen Raucheranteil von rund 42 Prozent auf. Auch Mütter in der Altersgruppe der 25- bis 39-Jährigen mit Kindern unter sechs Jahren rauchen nur zu einem geringfügig niedrigeren Prozentsatz (42 prozent) als gleichaltrige Frauen ohne Kinder in diesem Alter (44 Prozent)." (S.8)

"Das Rauchverhalten Schwangerer variiert je nach sozialer Schicht und Familienstand erheblich. Während in der Oberschicht 24 Prozent und in der Mittelschicht 15 Prozent der schwangeren Frauen rauchen, ist diser Anteil in der Unterschicht rund doppelt so hoch (40 Prozent). Die Raucheranteile lediger und geschiedener schwangerer Frauen (62 Prozent) übersteigen die Anteil der Verheirateten (17 Prozent) um das Dreifache." (S. 9)

"... empirische Daten aus Deutschland belegen, dass bis zu einem Drittel aller rauchenden Eltern im Beisein ihrer Kinder keine Einschränkungen im Rauchverhalten vornehmen und nur 15 Prozent aller Eltern in Anwesenheit ihrer Kinder überhaupt nicht rauchen, während ungefähr die Hälfte aller Eltern angibt, nur draußen zu rauchen." (S.9)

"Ein Anteil von rund 20 Prozent der Gesamtkosten für die Behandlung kindheitlicher Atemwegserkrankungen (< 5 Jahre) ist auf den mütterlichen Tabakkonsum zurückzuführen." (S.10)

"In Deutschland rauchen derzeit und 20% aller schwangeren. Das Raucherverhalten Schwangerer variiert erheblich nach Alter, Familienstatus und sozialer Schicht. Der Anteil der Raucherinnen zu Beginn einer Schwangerschaft ist bei unter 25-jährigen Schwangeren am höchsten (ca. 50%). Hohe Raucherraten weisen zudem ledige und geschiedene (62%) Schwangere sowie werdende Mütter aus der Unterschicht auf (40%). Von den derzeit jährlich 770.000 Lebendgeborenen in der Bundesrepublik sind somit mindestens 154.000 Neugeborene bereits im Mutteleib Rauchschadstoffen ausgesetzt." (S.10)
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Giftstoffe

Von den 6.000 Giftstoffen im Zigarettenrauch würden die Menschen viele nie nehmen. Dazu gehören u.a. Ammoniak (in Reinigungsmitteln), Arsen und Blausäure (im Rattengift) und Phenole (in Schädlingsbekämpfungsmitteln).

Gift
enthalten in
Wirkung
Ammoniak Reinigunsmittel Das farblose Gas (NH3) ist ein Zellgift.
Arsen Rattengift Es führt zu Schleimhautreizungen, heftigen Bauchschmerzen, blutigem Durchfall, Erbrechen, Wadenkrämpfen und infolge von starkem Wasser-, Elektrolyt- und Proteinverlust zu Schock und akutem Nierenversagen, evtl. auch zu Koma und zentraler Atemlähmung.
Blausäure Rattengift Es kann verschieden in den Körper aufgenommen werden: durch einatmen, oral und durch Aufnahme der Haut. Es führt zu Erbrechen, Krämpfen, Bewusstlosigkeit, Atemnot und u.U. zu Ersticken durch Blockade des Eisens der Zytochromonxidase.
Phenole Schädlingsbekämpfungsmittel Es wird wegen seiner hohen Toxizität nur begrenzt in Reinigungsmitteln verwendet. Durch ihren langsamen Abbau ist es ungenügend umweltverträglich. Es ruft lokale Verätzungen hervor, führt u.a. zu Bewusstlosigkeit, Krämpen, Temperatursturz, Nierenentzündung, beim Einatmen zu Vergiftungserscheinungen wie Ohrensausen, Erbrechen, Schwindel, zentrale Erregung und Schlaflosigkeit.

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Gesellschaftliche Struktur des Rauchens

"Angehörige der Ober- und Mittelschicht haben heutzutage eher das Rauchen eingestellt oder sie fangen gar nicht erst an, während Menschen aus unteren Sozialschichten öfter weiterrauche, leider auch in der Schwangerschaft." Prof. Dr. Birgit Reime: Falsches Signal. In: Deutsche Hebammenzeitschrift 4/2005, 3.
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Entzug des Kindes

Sie sind schwanger? Meinen herzlichen Glückwunsch dazu.

Sie sind Raucherin und wollen nur das Beste für Ihr Kind? - Schön, dann lesen Sie mal weiter.

Wenn Sie die Abschnitte "Rauchen vor - in - nach der Schwangerschaft" noch nicht so recht überzeugt haben, dann machen Sie sich Folgendes klar. Mit jeder ihrer Zigarette, die Sie während der Schwangerschaft und Stillzeit rauchen, machen Sie Ihr Kind unfreiwillig zum Raucher. Sie schädigen (siehe oben) wissentlich Ihr Kind bereits während der Schwangerschaft.
Hat Ihr Kind trotz der erhöhten Risiken die Schwangerschaft überlebt und liegt nun als Neugeborener in ihren Armen, so beginnt für ihn eine noch größere Hölle. Über die Muttermilch können Sie ihm nicht mehr all die Schadstoffe geben, die das Kind 9 Monate lang über die Nabelschnur erhalten hat. Damit macht es seinen ersten Entzug durch.
Wenn Sie wissen wollen, was Entzug heißt, dann versuchen Sie mal ab sofort mit dem Rauchen (mit Alkohol und Koffein) für 9 Monate aufzuhören. Das was Sie in dieser Zeit durchmachen, das müsste Ihr Kind nach der Geburt durchmachen.
Entzug für das Neugeborene ist härter als Ihr Entzug, denn das Kind hat keine Möglichkeiten auf Hilfsmittel auszuweichen. Die Folgen des Entzugs Ihres Kindes sind: Ihr Kind schreit mehr, schläft nicht so tief und nicht so viel, ist gereizter, ...

Wollen Sie Ihrem Kind zu Liebe nicht diesen Entzug auf sich selbst nehmen und mit dem Rauchen zumindest für 1 Jahr aufhören. Vielleicht finden Sie sogar Gefallen daran und werden zur Nichtraucherin. Ihr Kind und Ihr Körper würden sich sehr darüber freuen.
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Ärzliche Aufklärung

Wenn Rauchen während und nach der Schwangerschaft für das Kind so gefährlich ist, warum warnen die Ärzte, insbesondere die Frauenärzte die Schwangeren nicht deutlicher vor diesen Gefahren?

Diese Frage stellte ich einigen Frauenärzten. Die Antworten liefen immer wieder auf das Gleiche hinaus: Wenn einer starken Raucherin zum Beginn der Schwangerschaft gesagt wird, dass es das Beste für sie und insbesondere für ihr Kind ist, wenn sie für die Zeit der Schwangerschaft und Stillzeit das Rauchen gänzlich aufhört, so wechselt diese Frau den Frauenarzt. Der Kollege sagt es in stark gemilderter Form, sodass die Schwangere vielleicht mit einer gewissen Reduzierung des Rauchens durch die Schwangerschaft geht.
Die Haltung der Frauenärzte ist daher: Die Schwangere können überall nachlesen, wie gefährlich Rauchen in der Schwangerschaft für das Kind ist. Ich muss mich da nicht zum Moralapostel aufspielen und den Schwangeren das Rauchen verbieten. Es sind alles mündige Bürger, wollen erwachsen sein. Demnach behandle ich sie auch so. Wenn dann doch eine Schwangere nach dem Rauchen fragt, so gebe ich zur Antwort: "Es macht sicherlich Sinn, wenn Sie während der Schwangerschaft und der Stillzeit mit dem Rauchen aufhören oder zumindest reduzieren. Schaden tut es dem Kind auf keinen Fall, wenn sie damit aufhören."

Wollen Sie eine mündige Schangere sein?

Wenn ja, dann informieren Sie sich ausführlich über die Risiken des Rauchens vor, während und nach der Schwangerschaft.
Wenn nein, dann hören Sie bitte auf die feinen Untertöne Ihres Frauenarztes, wenn Sie ihn auf das Rauchen während der Schwangerschaft ansprechen.

Schließlich: Es ist Ihr Baby, für das Sie das Beste wollen, oder?

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